
Imkerei am Sternwartenhof
Bienenhaltung im oberösterreichischen Berggebiet
Der Sternwartenhof liegt in Reichraming im Ennstal, in der Nationalpark Kalkalpen Region. Unser Hof befindet sich in einem offiziell ausgewiesenen Berggebiet, in dem Höhenlage, Gelände und Klima besondere Bedingungen für die landwirtschaftliche Nutzung schaffen.
Hier betreiben wir eine kleine Standimkerei. Unsere Bienenvölker werden nicht zu verschiedenen Trachten transportiert, sondern bleiben das ganze Jahr über an ihren Standorten in unserer Region.
Was unsere Bienen sammeln, stammt damit aus dem Blütenangebot der Landschaft, in der sie leben: von Wiesen und Weiden, Obstbäumen, Wildgehölzen, Wald und den vielfältigen Pflanzen der Berghänge rund um den Sternwartenhof.
Unsere Bienen
Eigentlich sind die ersten Bienenvölker bei uns eingezogen, weil wir Bienen faszinierend finden und sie beobachten wollten. Ein wenig Honig für den Eigenbedarf und Bienenwachs für unsere Naturseifen wären uns damals schon mehr als genug gewesen.
Die Bienen hatten andere Pläne, und so ist aus den ersten Völkern im Laufe der Zeit unsere kleine Hofimkerei geworden.
Unsere Völker leben in Großraum- und Einraumbeuten mit großen, zusammenhängenden Bruträumen. Dabei versuchen wir, die Eingriffe in die Bienenvölker auf das notwendige Maß zu beschränken und ihnen ausreichend eigene Vorräte zu belassen.
Zur Bekämpfung der Varroamilbe verzichten wir auf synthetische Wirkstoffe wie Amitraz oder Flumethrin. Wir setzen stattdessen zugelassene Präparate auf Basis organischer Säuren und ätherischer Öle ein.
Nicht nur für Honigbienen
Unsere Honigbienen sind nur ein kleiner Teil der Tierwelt am Sternwartenhof.
Auf unseren Flächen pflanzen und erhalten wir heimische Gehölze und alte Obstsorten. Apfel-, Birnen-, Zwetschken- und andere Obstbäume sollen dabei nicht nur unseren Honigbienen Nahrung bieten: Ihre Blüten, Früchte, Blätter, Rinde und später auch altes und totes Holz können für zahlreiche Insekten und andere Tiere wertvolle Strukturen darstellen.
Wiesen, Weiden, Waldränder, Gehölze und weitere unterschiedlich genutzte Bereiche sorgen rund um den Hof für ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen. Unsere extensiv genutzten Wiesen und Weiden kommen ohne Kunstdünger aus.
Auch Fledermäuse gehören seit Langem zum Sternwartenhof. An und in unseren Gebäuden befinden sich mehrere von ihnen genutzte Habitate, die wir erhalten möchten.
Für uns gehört deshalb zur Imkerei auch der Blick auf die vielen anderen Arten, mit denen sich unsere Bienen ihren Lebensraum teilen.
Vom Bienenstock bis ins Honigglas
Unser Honig legt nach der Ernte keine weiten Wege zurück.
Wir schleudern ihn direkt am Sternwartenhof in unserem eigenen Schleuderraum und füllen ihn dort auch ab. Von der Betreuung der Bienenvölker über die Ernte bis zum fertigen Glas bleiben damit die wesentlichen Arbeitsschritte bei uns am Hof.
Wir halten bewusst nur eine überschaubare Zahl an Bienenvölkern und lassen ihnen einen Teil ihrer eigenen Honigvorräte. Unsere Honigernte ist deshalb nicht auf maximale Menge ausgerichtet.
Je nach Jahr, Wetter und Tracht fällt sie unterschiedlich aus, und genau das gehört für uns zu einer Standimkerei im Berggebiet dazu.
Honig aus der Region
Als Standimkerei können wir unseren Bienen nicht vorschreiben, welche Blüten sie besuchen. Gerade das macht ihren Honig für uns interessant.
Der Geschmack und die Zusammensetzung können sich von Jahr zu Jahr verändern, abhängig davon, was in den Wochen der Honigernte rund um die Bienenstände blüht und welche Waldtracht vorhanden ist.
Unser Honig ist damit kein vollkommen gleichbleibendes Industrieprodukt, sondern ein saisonales Lebensmittel aus unserer unmittelbaren Umgebung.
Auch bei den Gläsern achten wir auf eine einfache Weiterverwendung. Unsere Etiketten bestehen aus Graspapier und lassen sich leicht ablösen, sodass die leeren Honiggläser unkompliziert gereinigt und weiterverwendet werden können.
Bienen vom Sternwartenhof
Da sich unsere Bienenvölker natürlich vermehren und wir unsere Imkerei bewusst klein halten möchten, geben wir je nach Verfügbarkeit auch Bienen ab.
Gegen Vorbestellung sind zeitweise Ableger, Kunstschwärme und Naturschwärme erhältlich. Im Frühjahr geben wir gelegentlich überwinterte Wirtschaftsvölker ab.
Gerade wenn jemand mit der eigenen Bienenhaltung beginnt, ist uns wichtig, nicht einfach nur ein Bienenvolk zu übergeben. Gerne geben wir unsere Erfahrungen weiter und helfen bei den ersten Schritten mit den neuen Bewohnerinnen.
Und natürlich: Bienenwachs
Bienen schenken uns nicht nur Honig. Auch ihr Wachs ist ein wertvoller Rohstoff, den wir gerne weiterverwenden.
Ein Teil davon findet bei uns Verwendung in unseren Produkten; außerdem entstehen daraus Bienenwachskerzen in unterschiedlichen Formen. Besonders in der Vorweihnachtszeit findet ihr eine wechselnde Auswahl davon in unserem Shop.

